Wie viele Leben hat eine Katze?

Katze sitzt auf Katzenbaum

Sicher kennst du den Spruch, dass Katzen sieben, manchmal sogar neun Leben haben. Doch stimmt das und woher stammt dieser Mythos? Die Aussage gründet sich auf eine einfache Tatsache: Katzen gelten als sehr zähe Tiere und wenn sie fallen, landen sie immer auf ihren Pfoten.

Nur ein Katzensprung

Der Katze werden sieben Leben zugesprochen, im englischsprachigen Raum sind es sogar neun. Machen wir einmal einen großen Zeitsprung zurück. Im Mittelalter waren Katzen nicht besonders beliebt. Im Gegenteil, die Menschen betrachteten sie damals als unheimliche Wesen. Der Grund dafür war, dass die Tiere scheinbar immer mit dem Leben davonkamen. Im Gegensatz dazu wurden Katzen im alten Ägypten als Gottheiten verehrt. Auch die christliche Kirche war eher Feind als Freund unserer Samtpfoten. Sie bezeichnete die Katze als Überlebenskünstler und überdies als Abbild Satans. Schrecklich, aber die abergläubischen Menschen damals dachten sich immer grausamerer Todesarten für die armen Vierbeiner aus.

Eine dieser Gräueltaten bestand beispielsweise darin, Katzen vom Kirchturm zu werfen. Viele Katzen überlebten den Sturz und bekräftigten somit die Meinung des Volkes, dass Katzen mehrere Leben haben. In dem Tier mussten also viele Dämonen leben, die ihm sieben, im englischsprachigen Raum eben neun Leben bescherten.

Katze wird gestreichelt

Erkenntnisse in der Neuzeit

In der Neuzeit waren die Menschen aufgeklärter. Der Mythos über Dämonen und dergleichen rückte in den Hintergrund und die Suche nach anderen Erklärungen begann. Ein Arzt aus Frankreich fotografierte Ende des 19. Jahrhunderts eine stürzende Katze. Etienne Jules Marey lüftete das Geheimnis, indem er die Bilder ganz genau studierte und die Bewegungsabläufe der Katze während des Sturzes entschlüsselte. Das Ergebnis brachte interessante und vor allem neue Erkenntnisse an den Tag: Katzen landen immer auf ihren Beinen, weil sie den Körper gleichzeitig in zwei Richtungen drehen können.

Das bedeutet, wenn sich der Körper des Vierbeiners vorne nach links dreht, dreht sich der hintere Teil der Katze nach rechts. Klingt auf den ersten Blick recht einfach, ist es aber nicht. Trotzdem ist dieser oft lebensrettende Umkehrreflex den Katzen in die Wiege gelegt. Die Drehung beherrschen die Samtpfoten bereits ab wenigen Lebenswochen. Eine große Rolle spielt während des Drehens der Schwanz. Das Manöver der Drehung dauert weniger als eine halbe Sekunde und nach nicht einmal einem Meter Fallstrecke hat sich das Tier komplett gedreht.

Keine Garantie auf sieben Leben

Immer auf den Pfoten zu landen ist eine Sache, es unverletzt zu tun, jedoch eine andere. Zwei New Yorker Tierärzte untersuchten mehr als 130 abgestürzte Katzen in Bezug auf Fallhöhe und Verletzungen. Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden im Journal of the American Veterinary Medical Association publiziert und zeigten auf, dass Katzen ab einer gewissen Fallhöhe keine sieben Leben haben, sondern ihre Quetschungen und Brüche nicht überlebten. Zwar gab es Ausnahmen, doch viele Katzen mussten ihr Leben lassen.

Dass Katzen sieben oder neun Leben haben, ist wirklich ein Mythos. Stürze oder schwere Erkrankungen führen unweigerlich zum Tod des geliebten Mitbewohners. Umso wichtiger ist es, Balkone und Fenster zu sichern und für eine artgerechte Ernährung sowie einer ausreichenden Gesundheitsprophylaxe zu sorgen.

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